Hier der Bericht aus dem TV:

WM-Bronze für Maike Hausberger trotz rätselhaftem Stuhl (15.09.2017)

Was hatte dieser Stuhl vor Maike Hausbergers Fahrradständer zu suchen? Die 22 Jahre alte Triathletin von Tri Post Trier kann es sich immer noch nicht erklären. „Warum dieser Stuhl da stand, wüssten wir auch gerne“, sagt sie. Doch mittlerweile kann die Paralympics-Teilnehmerin, die in der Startklasse PT3 (mittelschwere Beeinträchtigung) antritt, ein wenig über den rätselhaften Gegenstand in der WM-Wechselzone lachen.

Während des Wettkampfs im Rotterdam war die Gefühlslage der mit linksseitiger Hemiparese (umgangssprachlich: spastische Lähmungen) geborenen Sportlerin natürlich eine andere. Dieser Stuhl vor ihrem Radständer kostete Hausberger viel Zeit. „In der rechten Hand hielt ich mein Rad. Mit der linken konnte ich den Stuhl leider nicht wegstellen“, erklärt sie. Also schob sie das Hindernis mit dem Fuß zur Seite.
Aber nicht nur der Wechsel vom Rad in die Laufschuhe dauerte dadurch länger. Als Zweite hinter ihrer nationalen Konkurrentin Nora Hansel (Bochum) nahm Hausberger die fünf Kilometer in Angriff. Als die spätere Weltmeisterin Elise Marc sie überholte, versuchte sich der Schützling von Trainer Daniel Jacobi an die Französin zu hängen. Doch dann leuchtete ihre Startnummer vor der Strafbox auf. „Für das Wegtreten des Stuhls in der Wechselzone musste ich zehn Sekunden pausieren“, erzählt Hausberger.

Damit war Elise Marc (Endzeit: 1:23:25 Stunden) endgültig enteilt. Aus dem Laufrhythmus gekommen und verärgert kamen nun noch Seitenstechen dazu, die Hausberger zu drei Gehpausen zwangen. „Der zweite, vielleicht sogar der ersten Platz waren damit in zehn Sekunden verloren“, glaubt sie. Auch die Russin Anna Plitnikova (1:24:30) überholte Hausberger (1:25:33), die mit der drittbesten Schwimm- (19:49 Minuten für 750 Meter) und besten Radzeit (39:07 Minuten für 20 Kilometer) ins Rennen gestartet war.
Herzlichen Glückwunsch, Maike !