Diesmal eine kleinere Gruppe Tri Postler holte das im Mai abgesagte alljährliche Rad-Trainingslager nach.

Hier der Bericht von Helge:

Von Core-Quickies, Texas Pässen und Ganzkörperschmerzen

Wer beim Lesen der Überschrift auf schmutzige Gedanken kommt, wird im Folgenden wohl sehr enttäuscht sein. Es geht wie fast immer einfach nur um Sport 😆
Wir waren mal wieder im Schwarzwald. Wieso, wenn wegen Corona im Frühling keine Trainingslager stattfinden, diese nicht einfach mal im Herbst nachholen? Also hat Scherzkeks Helmut uns wieder für 4 Tage in Buggingen im Schwanen eingebucht. Die Wetteraussichten waren eine Woche vorher wohl ziemlich schrecklich, aber es wurde mal wieder bewiesen, dass Wetter genau so ist, wie es ist und sich nicht darum kümmert, was irgendwer vorhersagt 😆

Wir waren diesmal nur eine kleine Gruppe (10). Das tat dem Spaß aber so gar keinen Abbruch. Besonders gefreut hab ich mich, das der Trainer Jens und der frühere Vereinskollege HP mit dabei waren. Jens ist quasi „Schuld“ daran, das ich zum Triathlon gefunden habe und HP hat u.a. in Vorbereitung zu unserer 1. Mitteldistanz richtig tolle Radtouren mit Karina und mir damals gemacht. Mit beiden bin ich schon ewig nicht mehr Rad gefahren 😀

Der Donnerstag fing perfekt an. Zumindest im Nachhinein betrachtet. Die erste Ankündigung von Matze in unserem „Schwarzwald Chat“ für den „Core-Quickie“ vor dem Frühstück kam zu spät bei mir an. Erst war ich ganz traurig, hatte ich mich doch extra mit einer neuen Yogamatte ausgestattet um den von Physiotherapeut Matze angebotenen Krafttrainingseinheiten beizuwohnen. Aber jetzt, also hinterher weiß ich: noch eine dieser Einheiten mehr hätte ich nicht verkraftet 😆

Es gab diesmal nur eine Gruppe. Und einen Einzelfahrer. Uwe (er finished den Inferno auch mal ohne großartige Vorbereitung in 12 Stunden 😯 und ich glaube er weiß gar nicht was „Pause“ bedeutet 😉 ) fuhr Richtung Feldberg.
Alle anderen machten sich unter Scherzkeks Helmut’s Führung auf Richtung Kaiserstuhl. Flache Anreise, kurze aber knackige Hügel und wellige Rückreise. Und natürlich eine Kaffeepause 🙂 . Sehr kurzweilige Ausfahrt: bei bestem Wetter ❗ Zwischendurch schickten wir den Weichflöten, welche auf Grund der Wettervorhersagen nicht mitgereist waren, Bilder von unserer Ausfahrt …. wer uns als Freunde hat, braucht halt keine Feinde 😆
Ansonsten war alles wie immer:

  • Scherzkeks Helmut kannte den Weg und nahm auch mal einen anderen wenn irgendwer anderes meinte vorneweg fahren zu müssen. 😆
  • Gerd und ich schwatzten permanent
  • Andi bildete immer das Schlusslicht. Er weigert sich einfach Windschatten zu fahren und folgt uns lieber im sicheren Abstand 🙄 Nur bergauf machte er seinem neuen schicken schweizer „Steinbock“ Radshirt alle Ehre.
  • Jens und Matze waren einfach unterfordert! Daher fuhren sie zwischendurch Rennen gegen Mopeds oder gegeneinander 😀

Nach 102 km und einem weiteren Kaffee im Hotel, rief Matze zur nächsten Krafteinheit: Bodyweight Training im Radschuppen. Brust/Trizeps Intervalle. Da musste ich mich natürlich melden. Und der immer gut gelaunte Christian meldete sich auch. Andi war entschuldigt, er war noch Laufen. Matze gab die Übungen vor und eine Oberfeldwebel-Stimme ohne jeglichen Charme machte die Zeitansagen: – Noch 30 Sekunden – Bereit machen! – Anfangen!
Das „Gut gemacht!“ am Ende der Session hat der Stimme bestimmt weh getan 😉

Der Freitag fing anders an als der Donnerstag: die Einladung zum „Ganzkörper- Quickie“ um 7:15 Uhr kam schon am Abend. Und ich rief natürlich wieder „Hier“ und so fand ich mich morgens im Radschuppen (wir benannten ihn sinnvollerweise in „Frühschuppen“ um ) ein. Christian war auch dabei. Und so trainierten wir mit Matze Muskelgruppen, die von der Einheit am Abend zuvor noch nicht weh taten. Halleluja, mehr als 100 Kniebeuge, unzählige Liegestütze und andere Anstrengungen.
Noch 30 Sekunden – Bereit machen! – Anfangen!
Nach dem ehrlich verdientem Frühstück ging es auf zur nächsten Tour. Wieder eine Gruppe und ein Einzelfahrer. Diesmal Jens. Er wollte eine lange bergige Tour fahren. Da es doch recht kühl geworden war und eine hohe Regenwahrscheinlichkeit herrschte und ab ca. 16 Uhr böse Unwetterwarnungen angesagt waren, beschlossen wir anderen, die hohen Berge zu meiden. Helmut wollte mit uns zum „Texaspass“. Da war er schon Jahre nicht mehr und die meisten anderen noch nie. Wieder ging es flach Richtung Kaiserstuhl. Und dann über den ersten kleinen Anstieg. Helmut sagte noch am Fuße des Hügels „der Anstieg ist kurz aber biestig“ und er sollte Recht behalten. DJ Gerd, der den ganzen Tag noch so gut wie kein Wort gesprochen hatte, was ein ganz sicheres Zeichen ist, das es ihm nicht gut geht, stöhnte nur ganz ungeniert auf beim Anblick des Anstiegs.
Nach einer kurzen Abfahrt ging es wieder hoch. Der Texaspass! Einfach wunderbar. Herrliche Aussicht. Und wieder Bilder an die Daheimgebliebenen 😆
Wie böse wir doch sind 😈
Und wieder (fast) alles wie immer:

  • Uwe und Matze waren ganz schnell weg nach vorn
  • Christian fand alles toll und hielt noch für Fotos an
  • Ich fuhr mit Helmut und HP und fand einfach alles sooooo schön 🙂
  • Nur Gerd hatte kurzzeitig wenig Spaß, aber Andi und Wolly begleiteten ihn den Berg hinauf

Nach der Abfahrt allerdings blieb uns erstmal der versprochene Kaffee verwehrt. Es gab tatsächlich kein Kaffee und keine Bäckerei. Und so mussten wir dann bis nach Breisach fahren. Es kamen dann auch tatsächlich ein paar Tropen Regen aber die waren harmlos. Nur der kalte Wind zeugte davon, das zumindest die Temperaturvorhersagen zutrafen.
Und dann in Breisach erlebte Uwe seine wohl erste Kaffeepause 😆
Mal sehen, vielleicht wird er noch ein Cappuccinogruppen-Fan 😀
Nach der Pause ging es wie im Flug flach heimwärts. Zum Glück fuhren Uwe und HP freiwillig vorne im kalten Wind. Helden halt! Ruck-Zuck waren wir wieder zurück im Hotel. Und zwar 10 Minuten bevor der Regen einsetzte 😆
Noch ein Held des Tages war Jens. Er fuhr seine bergige 160 km Tour und wurde immer wieder nass. Und auf über 1000 m Höhe wird es richtig kalt. Aber er zog das durch! 🙂

17:30 Uhr gab es wieder: Noch 30 Sekunden – Bereit machen! – Anfangen!
Diesmal für Rücken und „Ärmchen“ und diesmal überzeugten wir Andi und Helmut mitzumachen.
In der folgenden Nacht musste ich bei jeder Bewegung die Zähne zusammenbeißen um nicht laut aufzustöhnen vor lauter Muskelschmerzen 😕

Die Einladung zum „Quickie am Morgen im Frühschuppen“ kam wieder am Abend. Und da es den ganzen Samstag ja regnen sollte und ich meine schmerzenden Glieder eigentlich gar nicht mehr bewegen musste, dachte ich mir: Ok, dann kannste auch nochmal zum Frühschuppen!
Was eine Fehleinschätzung der Situation! 🙄
😈
Ich fand mich also 7:10 Uhr im Schuppen zu „Noch 30 Sekunden – Bereit machen! – Anfangen!“ und diesmal rückten wir Bauch und unterem Rücken auf die Pelle. Wieder dabei Christian. Er scheint ähnlich masochistisch veranlagt wie ich. Und Matze natürlich. Der Schuppen-Meister!

Nun kam es das der Regen nicht kam. Wie blöd. Gesund sein, kein Regen, Fahrräder dabei und im Bett bleiben geht gar nicht. Da fehlt dann einfach die Ausrede. Helmut und der Rest der Bande wollten laufen. Jens wollte mit seinem Gravelbike eine lockere Tour durch die Botanik machen und ich dachte mir, dann fahr ich halt mit. Ich hatte ja mein MTB auch dabei und etwas lockere Bewegung tut meinen schmerzenden Muskeln sicherlich gut.
Soviel zur Theorie. Die Praxis sah dann so aus, das ich mich ganz schön anstrengen musste, um an Jens dran zubleiben 😆 Am Anfang wollte ich noch bei jedem noch so kleinen Anstieg jammern, aber irgendwie gaben meine Muskeln irgendwann auf sich zu wehren 😈
Es war ne echt coole Ausfahrt. Nur 27 km und 600 HM, aber mit dem MTB lernt man ganz andere Ecken kennen. Und Jens hatte hinterher sicherlich Ohrenbluten (aber er ist beim langsam Fahren kein einziges Mal umgekippt) 😆

Am Nachmittag kam dann doch der Regen. Hammer das der so lange gewartet hatte bis wir alle unsere sportlichen Unternehmungen durch hatten. Wir machten noch eine Touri- Tour durch Staufen und ich jaulte immer wieder auf wenn irgendwer mich auch nur kurz berührte. Ich hatte aber sowas von Ganzkörperschmerzen 😀
Und Christian auch.

Am Abend machte ich dann den Fehler schlechthin: Ich fragte Matze, was denn morgen für ein Quickie auf seinem Plan stehen würde 🙄
Also … eigentlich wollte er Sonntag früh nichts machen, aber wenn ich doch so interessiert bin …. 😛
Gut, Christian ließ sich nicht lumpen und so trafen wir 3 uns am Sonntag morgen 7:00 Uhr draußen vor dem Hotel. Zum „munteren Wechsel von Laufen und Krafttraining“ . 5 min Laufen ( 2,5 min hin und dann wieder zurück) und dann „Tanzen an der Eisenstange“  oder endlos Ausfallschritte oder Liegestütze mit Strecksprüngen …. und eben so was. Dazwischen immer wieder 5 Min Laufen. Was ein Spaß! Zumindest für die vorbeifahrenden Autofahrer. Ein Königreich für deren Gedanken 😆
50 Minuten später hatten wir mal wieder das Frühhstück aber sowas von verdient 😎
Und nach einem tollen Gruppenfoto ging es an die Heimreise.

Schön war es im Schwarzwald. Tolle Gruppe, tolles Essen, tolle Touren und toller Frühshuppen (Danke an Matze für 5 mega Krafttrainingseinheiten)  😀
Ich finde Christian und ich haben einen Orden der Tapferkeit verdient. Wir haben jede Krafttrainingseinheit durchgezogen. Und nur ganz selten haben wir wirklich gejammert. Andi und Helmut waren gerade mal bei einer Einheit dabei. Alle anderen gar nicht 🙄
Na gut, und Matze natürlich. Aber der hat noch nicht mal geschwitzt dabei 😉