Bericht und Fotos von Andreas Bund

Wie ja die allermeisten von Euch wissen hatte sich Sara schon im Frühjahr für die Ironman-Weltmeisterschaften in Kona qualifiziert. Nach der Liga-Saison wurde also nach den Plänen von Marc fleißig weitertrainiert und am 6.10., eine gute Woche vor dem Rennen also, ging es dann los. Zwischenstopp in Los Angeles mit Übernachtung und am nächsten Tag nochmal 6 Stunden Flug nach Kona. Unser Appartment lag direkt am Alii Drive, aber doch gut 5 Km von Kona entfernt.

Kurz zur Atmosphäre: Klar, es stimmt schon, die Atmosphäre in der „Race“-Woche ist  einzigartig! Triathleten wohin man blickt, Schaulaufen auf dem Alii Drive mit nacktem Oberkörper sowie Brustgurt als gemeinsamem Dresscode (ist aber auch wirklich praktisch, denn sonst wäre man bei den Temperaturen hier ständig am waschen!). Übrigens sieht man dabei früher oder später auch fast alle Profis, Frodeno, Lange, Gomez, Tim Don usw. usw. Neben-Events wie die Nationenparade und natürlich die allgegenwärtigen Medien tun ihr übriges.

 

Registrierung am Dienstag, Rad-Check in am Freitag, dazwischen ein paar letzte, sehr lockere Trainingseinheiten und dann war der große Tag auch schon da! Wir stehen um kurz vor 4 Uhr auf und sind kurz nach 5 Uhr am Pier, Startnummern auf die Arme, Verabschiedung…

 

Der Schwimmstart (um 7:20 Uhr), so erzählt es mir Sara später, ist krass: Alle bolzen los als wären nur 100 Meter zu schwimmen, alle gegen- und übereinander, so brutal war es nie. Nach 400-500 Metern wird es ruhiger, die erste Hälfte schwimmt man mit der Strömung aus der Bucht raus, zurück wird es dann etwas langsamer. Sara kommt  gut zurecht, nur der Trisuit scheuert unter den Armen, so dass sie ihn für die letzten 500 Meter sogar öffnen muss. Nach 1:11 h steigt sie aus dem Wasser und lässt sich im Wechselzelt von den Volunteers ausgiebig eincremen…

Das Radfahren verläuft letztlich unspektakulär, es ist zwar heiß, aber die gefürchteten Seitenwinde bleiben fast völlig aus. Kein Zufall, dass Daniela Ryff eine neue Radbestzeit für Hawaii fährt. Sara fährt progressiv: Bis Havi (Wendepunkt) ruhig und kontrolliert, auf dem Rückweg dann etwas schneller, insgesamt einen Schnitt von 29,2 Km/h. Nach 6:12 h ist sie aus der Lavawüste wieder zurück in Kona.

Der Marathon wird lang… deshalb heißt es wohl Langdistanz. Die kürzere Runde auf dem Alii Drive ist noch recht angenehm, sagt Sara. Viele Zuschauer, Wasserduschen und – inzwischen ist es ja Nachmittag – auch ab und zu mal etwas Schatten. Die lange Runde auf dem Highway, inklusive das Hin (bergab) und Zurück (bergauf) zum Energy Lab, ist dann die bekannte Herausforderung für Körper und Geist. Aber auch hier kann Sara alles umsetzen, was sie sich in vielen Trainingseinheiten erarbeitet hat. Sie läuft ein konstantes Tempo, verpflegt sich gut und Magen und Muskeln machen keine Probleme. So kommt sie nach gelaufenen 4:17 h mit einer Gesamtzeit von 11:53 h auf den roten Teppich und genießt die Finish line in vollen Zügen. Dort hört sie den ersehnten Satz: „Sara Bund from Germany, YOU ARE AN IRONMAN!“

„DANKE, DANKE, DANKE an alle, die mich getrackt haben, die mir vorher alles Gute gewünscht haben und mir nach dem Rennen Glückwünsche geschrieben haben!!! Das hat mich sehr gefreut und hat mir so sehr geholfen!!!
Sara“