Ein toller Bericht von Andreas Bund

“Saisonabschluss Teil 2” oder “Asphalt-Peeling auf der «Road to Kona»”

Eines kann man über das Jahr 2018 ganz sicher sagen: Schöner sind meine Beine nicht geworden! Regelmäßig angewendet, verbessern Asphalt-Peelings das Hautbild der Beine definitiv nicht! Es passiert diesmal bei Km 65 und – dank Rückenwind – knapp 50 Km/h: Bodenwelle übersehen, Lenker nicht fest genug gegriffen, das Vorderrad beginnt zu schlingern und der Spaß beginnt… Es folgt meine übliche Post-Sturz-Routine: (1) Ärgern über die eigene Dummheit, (2) Knochen einsammeln, (3) Kette drauffummeln, (4) Wieder losfahren und erst nach zwei Minuten merken, dass alle Trinkflaschen weg sind, (5) Ärgern über die eigene Dummheit und (6) Unzufrieden sein mit der Gesamtsituation…

Und: Der schöne neue PST-Wettkampfanzug! Zum ersten Mal getragen und schon ruiniert!!!

Dabei hatte der Tag in Mar del Plata bei den Ironman South American Championships doch so gut begonnen… Über Lautsprecher wird morgens bekannt gegeben, dass das Schwimmen wegen der kalten Wasser- und Lufttemperaturen auf 1500 m verkürzt wird. Okay, sooo kalt kommt es mir gar nicht vor, aber mir soll es recht sein!

Schwimmen

1500 m im Atlantik (real 1600 m), kommoder Wellengang, Neo, simpler Viereckskurs

Ich erwische einen guten Start, tauche unter den ersten drei, vier Wellen einigermaßen elegant durch und komme sauber ins Kraulen. Diesmal keine müden Arme, keine Atemnot, kein Verschwimmen. Ich schwimme einfach meinen Stiefel runter und denke an die Technik-Tipps von Engel… Über den Strand geht es nach…

31:20 Minuten, 53. Ak-Zeit, in die Wechselzone und 5 Minuten später sitze ich auf dem Fahrrad.

Rad

180 Km Wendepunktstrecke, Rücken- und Gegenwind, 3 Runden, flach bis leicht wellig

Vom Sturz abgesehen, ziemlich ereignislos. Auf der ersten Runde friere ich wie ein Schneider… viele fahren mit Armlingen, Windjacken, Strickpullovern oder was weiß ich. Gerade als es wärmer wird… siehe oben. Wirklich ziemlich heftig diesmal, die restlichen 120 Km muss ich mit großflächigen Hautabschürfungen und ein paar Prellungen absolvieren. Trotzdem, mit…

5:29:39 Stunden, 12. Ak-Zeit, bin ich überhaupt nicht zufrieden.

Laufen

42,2 Km Wendepunktstrecke, wieder mit Rücken- und Gegenwind, 3 Runden, flach bis leicht wellig

Erleichtert stelle ich fest, dass mich die Blessuren beim Laufen nicht großartig stören. Ich laufe also im üblichen 4:30er bis 4:40-Tempo los und kann das auch bis Km 25 ganz gut halten. Auf der dritten Runde zieht mir der – auch noch stärker werdende – Gegenwind allerdings den Zahn und ich muss immer öfter gegen die 5 vor dem Komma kämpfen. Wie in den letzten Wettkämpfen vertraue ich wieder auf meine „Schmalhans-Küchenmeister-Verpflegungstrategie“ (oweiha, diese Redewendung kennen wahrscheinlich nur die 40plus-Leute…). Einmal Dixie kostet mich 3½ Minuten, aber insgesamt komme ich gut durch und laufe mit…

3:25:07 Stunden, 4. Ak-Zeit, über die Ziellinie.

Im Ergebnis bedeutet das mit 9:34:31 Stunden Platz 5 (von 89) in der Ak. Vor mir nur Europäer und zwischen Platz 3 und 5 liegen nur 90 Sekunden – schade! Laurent Jalabert, ein früherer Radprofi, gewinnt die Ak deutlich  (und nimmt z.B. mir knapp 30 Minuten auf dem Fahrrad ab). 8 Hawaii-Slots werden vergeben, also fällt auch einer für mich ab. Haben sich die Schmerzen doch wenigstens gelohnt! Damit ist meine Saison zu Ende. Diesmal aber wirklich! Echt jetzt!

Danke an Sara, die mich immer unterstützt und mir auch den größten Blödsinn nicht auszureden versucht!! Danke auch an Marc und Engel! Und an Mario für die Reparatur meiner Tune-Naben!!

Andreas

Herzlichen Glückwunsch Andreas 🙂