Viele Athleten haben die vergangene Zeit genutzt, sich intensiv auf längere Wettkämpfe vorzubereiten. So auch Marius Kolz und Martin Marx.

Marius startete in Vichy über die Langdistanz. Die Schwimmstrecke über 3,8 km geht über zwei Runden auf dem zum Lac d’Allier aufgestauten Fluss Allier auf dem Gebiet des Parc Omnisports. Die Radstrecke über 180 km führt von Vichy aus auf einem Rundkurs nach Süden. Die Strecke verläuft gegen den Uhrzeigersinn über die Orte Serbannes, Bas et Lezat, Sardon, Pagnant, Limons und Hauterive und ist zweimal zu absolvieren. In jeder Runde sind 379 hm zu überwinden. Die Laufstrecke über die Marathondistanz befindet sich in Vichy entlang des Allier. Es handelt sich um eine 10,5-km-Runde, die viermal zu absolvieren ist. Sie führt von der Wechselzone im Parc Omnisports zunächst am linken Flussufer nach Süden, quert den Fluss an der Pont de Bellerive und verläuft weiter entlang des Flusses im Parc Kennedy bis zum Wendepunkt. Von dort aus laufen die Athleten nach Norden durch den Parc Napoleon III, über eine Schleife in die Innenstadt durch den Parc de Sources (Quellenpark) und über die Pont de l’Europe zurück zum Parc Omnisports. (Quelle: Wikipedia)

Marius finishte in 10:53:30 Stunden und wurde 160. Gesamt. (Swim: 1:08:46; Bike: 6:15:27; Run: 3:21:59)

Martin absolvierte die Langdistanz in Hamburg. Er finishte in 10:53:02 Stunden. (Swim: 1:07:35; Bike: 5:23:03; Run: 4:07)

Herzlichen Glückwunsch zu den tollen Leistungen und zum Finish!

Hier geht es zum Bericht von Marius und Bildern von Martin

Marius: Der Weg zum Ironman in Vichy begann für mich, ohne es zu Wissen, bereits vor der Corona Pandemie. Eigentlich wollte ich 2020 zusammen mit einer guten Freundin beim Ironman Mont-Tremblant in Kanada an die Startlinie gehen, doch sowohl die Reise, das geplante Wiedersehen mit alten Studienfreunden, als auch der Wettkampf wurden aus bekannten Gründen für 2020 abgesagt bzw. auf 2021 verschoben. Als der Wettkampf in Kanada im Sommer 2021 jedoch erneut abgesagt wurde, war die Enttäuschung zunächst groß, schließlich hatte ich mich in diesem Jahr bestmöglich auf eine erneute Langdistanz vorbereitet. Kurz vor Meldeschluss war es mir jedoch möglich meinen Startplatz aus Übersee auf eine europäische Langdistanz umzubuchen. Somit wurde aus dem Ironman Mont-Tremblant 2020 schließlich der Ironman Vichy 2021. Das es auf der Radstrecke in Vichy über 2.300 Höhenmeter zu überwinden galt, habe ich leider erst später bemerkt.

Topfit und ohne jegliche Vorbereitungswettkämpfe ging es für mich Ende August also in den kleinen Kurort nach Frankreich. Das kurzfristige Umbuchen erwies sich als absoluter Glücksgriff und die zauberhafte Kleinstadt sprühte nur so vor französischem Flair.

Mit Respekt, aber auch mit einer unglaublichen Vorfreude ging ich an den Start und es lief von Beginn an gut. Die Angstdisziplin Schwimmen bewältigte ich relativ entspannt in 1h08, immer mit einem guten Gefühl, da ich durch den Rolling Start konstant am Überholen war. Auf schmalen Straßen ging es auf dem Rad ins landschaftlich sehr schöne Hinterland von Vichy, wo zwei Runden mit jeweils drei kleineren Rampen und einem 16km langen Anstieg warteten. Ich fühlte mich gut, fuhr kraftsparend und selbst der Dauerregen ab km 90 konnte meine positive Stimmung nicht trüben. Letztlich vergingen die 6h15 auf dem Rad wie im Flug und bei Ankunft in der Wechselzone gab es strahlenden Sonnenschein.

Da der Tag bis hierhin wirklich perfekt für mich lief, ging ich mit einem positiven Gefühl und einem absurd hohem Tempo auf die Laufstrecke. Als ich mich nach kurzer Zeit etwas gedrosselt hatte, konnte ich die ersten beiden der insgesamt vier Laufrunden bestmöglich genießen und ließ es ohne all zu vielem Nachdenken einfach laufen.

Während auf Runde drei das Leiden begann, wurde ich gleichzeitig auch etwas emotional. Die vielen Zuschauer sorgen mit ihrem frenetischen Anfeuern für eine ganz besondere Stimmung und für ein paar Stunden war Corona völlig vergessen. Mir wurde schlagartig bewusst, wie sehr ich all dies in den letzten anderthalb Jahre vermisst habe. Die Nervosität, die Vorfreude und die Ungewissheit vor einem Wettkampf, die Energie der Zuschauer, die Glücksgefühle, das Leiden und das Gefühl stolz über die Ziellinie zu laufen. Nach 10h53 und einem Marathon von 3h21 bin ich schließlich überglücklich ins Ziel.

Hier ein paar Bilder von Martin: