Ein cooler Bericht von Andreas Bund

Zwei Wochen nach dem Ironman Kanada folgte für mich die Ironman-WM in Südafrika, dazwischen blieben nur zwei Tage in Trier… Um Eure Geduld nicht zu sehr zu strapazieren, fasse ich mich diesmal wirklich kurz!

Frauen- und Männerrennen (mit jeweils ca. 2300 AthletInnen) waren diesmal getrennt. Während die Frauen am Samstag ideale Bedingungen hatten (Sonne und 23 Grad), war es bei den Männern am Sonntag regnerisch und deutlich kühler. Die Strecken wiesen knapp 800 (Rad) und 100 (Laufen) Höhenmeter auf, waren also nicht allzu schwierig. Davon ausgehend, dass das Niveau bei einer WM höher ist als bei einem normalen Ironman (das war schon so, aber so schlimm nun auch wieder nicht…) war mein Ziel in die erste Hälfte meiner Ak zu kommen.

Das hat geklappt: 4:53 (Swim 0:37, Bike 2:41, Run 1:28) bedeuten Platz 68 in der Ak (von 267) und Platz 1086 bei den Männern (von 2335). Ganz kurz zu den einzelnen Disziplinen:

Schwimmen…

ist mal wieder eine Katastrophe! Als Rechtsatmer habe ich offenbar Orientierungsprobleme, wenn es links an den Bojen vorbeigeht. Unglaublich: Ich peile eine Boje an, mache 5-6 Züge, hebe den Kopf wieder aus dem Wasser und blicke aufs offene Meer hinaus! Bin im rechten Winkel abgebogen! Wie geht das denn? 5 Wochen weiter in diese Richtung und ich lande in der Antarktis an. Da ich es aber lieber kuschlig warm habe (und auch gar nicht weiß, ob ich 5 Wochen am Stück schwimmen kann), kehre ich zur Küste um. Nach indiskutablen 37 Minuten spült mich eine gnädige Welle an den Strand. 219- „schnellste“ Zeit in der Ak. Ich brauche Hilfe!!!

Radfahren…

findet dann zunächst wieder auf der Überholspur statt. Es geht zu Beginn auch ein bisserl bergauf. Leider wird die Aufholjagd bei Km 25 jäh gestoppt: Gerade will ich einen Japaner überholen, als der einen wilden Schlenker nach links macht. Wir krachen zusammen und stürzen beide. Mir passiert außer den branchenüblichen Abschürfungen und Prellungen nichts weiter, aber der Japaner bricht sich die Schulter. Ich bleibe bei ihm bis nach ca. 6, 7 Minuten ein Sanitäter kommt. Dann fummle ich die Kette wieder auf das Blatt und fahre weiter. Zuächst ist das Feuer ein wenig weg und ich will nur das Rennen irgendwie beenden, aber nach 15-20 Minuten bin ich wieder halbwegs im Wettkampfmodus. Zu Essen gibt es nichts mehr, mein Futtersack hängt unter dem Oberrohr und baumelt mir zwischen den Beinen herum. Auch mein Trinkhalm ist abgerissen. Nach 2:41, das ist ein Schnitt von 33,64 Km/h, stelle ich das Rad ab. Das kann ich eigentlich etwas besser (ich bin dieses Jahr Strecken mit ähnlichem Profil auch schon im 36er-Schnitt gefahren), aber sei’s drum…

Laufen…

läuft. Komme schnell in einen guten Rhythmus und laufe (laut IM-Tracker) gleichmäßig zwischen 3:50 und 4:30 auf den Kilometer, im Schnitt wird es dann eine 4:13er-Pace und mit einer hohen 1:28 laufe ich über die Ziellinie – nicht ohne mich 50 Meter vor dem Ziel nochmal auf die Klappe zu legen (rutsche auf einer diesen Metallplatten aus, mit denen Bürgersteigkanten u.ä. überbrückt werden). Trotz der Mangelernährung auf dem Fahrrad laufe ich an den Verpflegungsständen vorbei und begnüge mich mit 3 GU-Gels und überraschenderweise klappt das  auch sehr gut, ich kann das Tempo ohne Probleme halten. Bei wärmeren Wetter hätte das wahrscheinlich anders ausgesehen…

Bei den Profis gewinnen die Favoriten: Daniela Ryf und Jan Frodeno. Letzterer sitzt in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, ein paar Reihen vor mir in der Businessklasse. Es war eine tolle Woche hier in Südafrika, die WM und die Athleten hatten die ganze Stadt ergriffen… und: Man kann hier sehr lecker essen!!

Zuletzt: Natürlich haben auch Sara und ich unserer 1. Mannschaft fest die Daumen gedrückt und wir freuen uns wie blöd, dass es mit dem Aufstieg in die 1. Bundesliga geklappt hat! Einfach super!!! Herzlichen Glückwunsch an die Jungs und die Trainer Marc und Engel!! Ich schätze die Feier war lang und wild…

Andreas

 

Gratulation an dich Andreas!!! 🙂 (Anmerkung der Red.)