Andreas und Sara haben einen wunderbaren Bericht über ihre Teilnahme am 70.3 Ironman in China geschrieben. 🙂
Aber lest selbst…

Ende des letzten Jahres beschlossen wir unsere Triathlonleidenschaft in 2018 mal mit etwas besonderem
zu füttern und meldeten uns für den Ironman 70.3 in Liuzhou, China an. Die Lust mal etwas von China zu
sehen und – so ehrlich muss man sein – die Frage, ob man dort nicht auch einen der begehrten Slots für
die Ironman-Weltmeisterschaften auf Hawaii (Volldistanz) oder Südafrika (Halbdistanz) ergattern könnte,
gaben dafür den Ausschlag.
Liuzhou ist eine 500.000-Einwohner- Stadt, knapp vier Flugstunden südlich von Peking und mit fast schon
subtropischem Klima – auβer natürlich am Wettkampftag, aber dazu gleich mehr. Montag kamen wir an,
quartierten uns im Wettkampfhotel ein und nutzten des Rest des Tages zur Orientierung. Dienstag sowie
Mittwoch etwas Laufen, Radfahren und Schwimmen, Donnerstag Ruhe und Freitag nochmal ein lockerer
Lauf mit einem schnellen Kilometer, Samstag standen wir um 7:45 Uhr an der Startlinie.


Davor hatten wir noch die Teilnehmerliste inspiziert: Sara trat in ihrer Ak hauptsächlich gegen Athletinnen
aus China und Hongkong an, ich hatte es dagegen vor allem mit Konkurrenten aus Europa, Australien und
den USA zu tun. Sehr wahrscheinlich, dass da der eine oder andere auch auf die Tickets nach Hawaii oder
Südafrika spekulierte…

Schwimmen
…fand im örtlichen Fluss statt, ca. 2-3mal so breit wie die Mosel, halbwegs sauber und 18 Grad kalt oder
warm, je nach Perspektive. Rolling start – und wie üblich, schwimmen einige quasi vom ersten Meter an
in die entgegengesetzte Richtung – unglaublich! Die ersten 800 Meter lassen sich gut an, da ändert sich
plötzlich das Wetter, Regen und ein böiger Wind, der das Wasser regelrecht aufpeitscht, ziehen auf. So
ist ein sauberes Kraulschwimmen kaum noch möglich; wo eben noch Wasser war, greift die Hand jetzt
ins Leere und wo eben noch Luft zum Atmen war, wird der Mund ordentlich durchgespült. Sogar Sara
muss ein paar Mal auf Brustschwimmen umsteigen. Am Ende (Garmin meldet 2080 Meter!) steht für
mich eine Zeit von 38 Minuten (14. Ak) – das ist jämmerlich, selbst für meine Verhältnisse, relativiert
sich aber etwas, wenn man weiβ, dass auch Sara diesmal 33 Minuten (1. Ak) braucht.

Radfahren
… auf breiter, gut asphaltierter Straβe den besagten Fluss entlang, 2 Runden, flach, mit zwei Wellen. Der
Weg vom Schwimmausstieg zu den Rädern ist lang – gut, denn jeder Meter, den ich im Triathlon laufend
verbringen kann, kommt mir eher entgegen. Regen und Wind begleiten uns auf der Radstrecke, aber wir
kommen gut zurecht. Ich mache mit 2:29 Stunden (2. Ak) ein paar Plätze gut, Sara hält mit 2:42 Stunden
(1. Ak) ihre führende Position. Erkenntnis des Tages: Kein Asphalt kann glatt genug sein, als dass ich nicht
mindestens die Hälfte meiner Gels verliere!

Laufen
… auf der gleichen Straβe, wiederum 2 Runden, mit vier kleinen Anstiegen, die jeweils zu einer Brücke
über den Fluss führen. Und hier “läuft” es wirklich gut für uns. Sara ist in Topform, fühlt sich wohl und
hält ihre Konkurrenz locker in Schach. Ich bewege mich colatrinkend, aber mit ordentlicher Pace über
die Strecke und überhole noch ein paar Ak-Mitstreiter, den letzten ca. 60 Meter vor dem Ziel. Am Ende
absolviere ich die 21 Km in 1:30 Stunden (2. Ak) und Sara in fantastischen 1:34 Stunden (1. Ak).

Platzierungen und Slots

  • Sara gewinnt überlegen ihre Ak mit 4:59:41 – 16 Minuten Vorsprung – und bekommt einen Slot
    für Hawaii!!! Mehr gibt es da nicht zu sagen…!!!
  • Ich belege Platz 3 in der Ak mit 4:46:56 und bekomme einen Slot für die 70.3 Weltmeisterschaft in Südafrika.

Die Slots werden abends beim Siegerbankett auf der Bühne übergeben.

Eine tolle Woche in China – sportlich wie kulturell! Die Tage sind wie im Fluge vergangen, aber werden
uns noch länger im Gedächtnis bleiben!