https://www.hoelle-von-q.de

Ich finde, das ist der Wettkampf-Name, der Helge noch im Portfolio gefehlt hat 😉

Dieses Jahr als Staffel – ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr der ganze Triathlon bei Dir auf dem Plan steht oder Helge 😉

Hier der Bericht von Helge von einem Triathlon, der trotz Corona mit gutem Hygiene-Konzept durchgeführt wurde:

Vor ein paar Wochen:

Das Telefon klingelt! Ein Bernd aus Quedlinburg ist in der Leitung. Ich habe keine Ahnung wer er ist. Er hat meine Nummer von meiner Schwester und da macht es auch schon “klick” bei mir und ich erinnere mich an Bernd. Er ist ein ehemaliger Studienkollege meiner Schwester, wohnt im schönen Harz und getroffen haben wir uns auch schon mal. Vor 30 Jahren und nochmal vor 8 Jahren ( mein Gott, man könnte meinen ich bin alt). Und nach ein bisschen “Wie geht es dir und was machst du so …. ” will ich dann auch wissen, warum er anruft.
Er sucht einen Radfahrer!
Ha, was ein Zufall: Ich bin einer! Zumindest zu einem Drittel. 😆
Und dann erzählt er von der “Hölle von Q”, einem Mitteldistanz Triathlon, der auf Grund der geringen Teilnehmerzahl (max 250) schon eine Genehmigung mit Corona Auflagen hat und also wahrscheinlich Anfang September stattfinden kann. Aber für die Staffel seines Freundes ist der Radfahrer ausgefallen. Und nun suchen sie jemanden, der die 83 km fährt.
Allerdings …. , so sagt er ganz vorsichtig, ist die Strecke nicht ganz flach! 😯
Ich kläre ihn auf:  für 90 km flach würde ich wohl kaum in den Harz fahren. Aber für 83 Km mit 1460 HM ist mir kein Weg zu weit.
Das Höhenprofil sieht perfekt aus.

Name des Wettkampfs („Hölle von Q“) und der Teamname („Kugelblitze“) klingen nach viel Spaß. Wobei Andi mich ständig daran erinnert, dass Kugelblitze sehr schnell sind 🙄
Es gibt bestimmt auch langsame.
Nach weiterer Kommunikation mit meinen Staffelpartnern und der Klarstellung, das ich voll auf Spaß stehe und keinesfalls weder von ihnen noch von mir Höchstleistung gefordert ist, wird umgemeldet.
Radkilometer habe ich dieses Jahr ja schon erstaunlich viele gesammelt. Dabei 99,97 % im Chill-Modus. Jeder Versuch die Komfortzone mal zu verlassen ist kläglich gescheitert. Es ist halt ein Schlenderjahr. Selbst in den Schweizer Alpen hab ich meinen Puls nur hoch bekommen, wenn es mal wirklich wirklich steil wurde.
Also habe ich vorher schon das Vorhaben “Mitteldistanz-Staffel” als “Lange Radausfahrt ohne Kaffeepause” deklariert. Es war halt nur unklar, wie lang diese Ausfahrt wird 🙂
Meiner Ansage, ich würde diese Tour mal ohne Reden fahren, schenkt insbesondere Karina keinen Glauben 😕
Sie kennt mich halt.

Letztes Wochenende:

Andi und ich reisen letzten Freitag nach Quedlinburg. Meine Staffelpartner haben eine echt schöne und sehr liebevoll eingerichtete Ferienwohnung im Dachgeschoss. Perfekt für uns. Schwimmerin Annett und Läufer Dominik entpuppen sich als sehr angenehme und unkomplizierte Mitmenschen. Das passt irgendwie. Nur auf meine Frage, ob wir denn am Samstag mal alle zusammen mit dem Rennrad den letzten Teil der Radstrecke abfahren wollen (der Berg, der im Rennen zweimal zu fahren ist), löst ziemliches Gelächter aus 😯
Als Flachlandliebhaber könne man den Aufstieg “zur Hexe” (von Thale hoch zum Hexentanzplatz) nicht einfach mal sooo fahren. Ich denke man hält mich für bekloppt. Was ja der Wahrheit ziemlich nahe kommt 😆
Aber auf dem Weg zum Check-In fahren Annett und Dominik den mittleren Teil der Strecke mit uns mit dem Auto ab und Andi und ich steigen dann doch noch aufs Rennrad und fahren einmal gut 8,5 der 10 km des Anstiegs hoch und wieder runter (wow, was eine herrliche Abfahrt) während unsere Gastgeber ihrem süßen Hund Auslauf geben. Die Strecke entpuppt sich als perfekte Helge-Strecke. Wunderschöne Landschaft. Tolle Anstiege und mega Abfahrten. Freu, freu, freu 😀
Andi nach der Abfahrt “Ja schön, aber blöd sind nur die mega vielen Gullideckel quer über die ganze Straße verstreut”.
Ich: “Da waren Gullideckel? Ich habe keine gesehen!”.
Andi’s Blick – unbezahlbar 😆
Den Abend verbringen wir noch mit meiner Schwester, die die Gelegenheit gleich nutzt, ihren ehemaligen Studienkollegen Bernd mal zu besuchen und dabei die kleine Schwester zu treffen 🙂

Sonntag geht es früh (sehr früh) los nach Ditfurt zum Schwimmstart. Es ist wunderbar einfach mal wieder seit langem diese Stimmung vor einem Triathlon zu erleben. Herrlich! Die Sonne geht an einem wolkenlosen Himmel auf. Nebel hängt über dem See. Es ist echt schweinekalt, aber wunderschön.

Annett, ich und Andi vor dem Start. Läufer Dominik schläft noch

Annett geht sehr gelassen an den Start und dank ihres Neos mit Ärmeln in Pink (ich musste dauernd an Karina denken 😆 ) können wir sie beim Start und im See sehr gut beobachten. Ich stehe in der Wechselzone am Rad und vertreibe mir die Zeit mit dem Kennenlernen der anderen um mich herum wartenden Radfahrer 😆

In der Wechselzone

Dann kommt Annett auch schon und ich kann auf die Radstrecke.
Und dann passiert es: Mein Puls geht in ungeahnte Höhen 😈
Die ersten 30 km sind schrecklich. Es geht quasi flach in Richtung Harz. Lange Geraden, da geht der Puls schon beim Hinsehen durch die Decke. Windig ist es auch. Mein Puls tanzt zwischen dunkelgelb und hellrot hin und her (im Flachen !!!!) und ich hab Spaß wie schon lange nicht mehr. Oh man, wie habe ich das vermisst. Und das ganze noch mit aufgehender Sonne und dem Erwachen eines wunderschönen Spätsommertags. Ich könnte vor Freude Purzelbäume schlagen 😀
Nach ca. 15 km wird die Strecke kurviger und eckiger, es geht auch mal ein bisschen sichtbar hoch und runter. Ich erschrecke als meine Uhr mir zeigt, das ich für die ersten 30 km fast 1:15 Stunde gebraucht habe 😯 . Holla die Waldfee, was bin ich langsam. Naja, aber ich übe ja auch noch 😀 . Ich korrigiere meine geschätzte Zeit von 3:30 Stunden gleich mal nach oben. Weil jetzt kommen die HM (die ersten 30 km haben nur 240 HM laut meiner Uhr, da verbleiben nach Adam Riese noch 1220 Hm). Nach fast exakt 30 Km fährt man hinein in den Wald und in den Anstieg zur Roßtrappe. Sofort beruhigt sich mein Puls ein wenig. Herrlich, Wald und bergauf, hier fühl ich mich sauwohl 😆
Ein sehr hochgewachsener kräftiger Fahrer, den ich gleich unten einsammel, stöhnt nur: “Mist, jetzt ist der Spaß vorbei”. Ich kann nur antworten: “Nein, jetzt fängt der angenehme Teil des Tages erst an!” . Er kann nur den Kopf schütteln 🙄
Die Abfahrt ist unschön, weil die Straße einfach mega schlecht ist, zum Glück bin ich da ziemlich schmerzfrei und fahre so schnell, das ich die meisten Schlaglöcher nicht sehe.
Dann fährt man hinein nach Thale und dort eine gefühlte Ewigkeit durch Parks und andere unrollige Passagen und dann beginnen die 10 Km Anstieg zum Hexentanzplatz und weiter nach Friedrichsbrunn. Dort wird gewendet und es geht wieder runter. Nur leichte Neigung am Anfang, mit einigen kleinen Gegenhubbeln, so das man sich nochmal richtig die Seele auf dem Leib strampeln kann bevor man dann in die wirkliche schön kurvige Abfahrt kommt. Wunderbar, mit einer maximalen Geschwindigkeit von 72 km/h geht es wieder runter. Dort wird gewendet und dann beginnt der Spaß von vorn. Bei der erneuten Anfahrt zum Anstieg zeigen meine Beine mir erstmal ordentlich den Stinkefinger 😈 aber mir kann an dem Tag nix den Spaß verderben, so geben die Beine auch schnell das Krampfen wieder auf 😆

Irgendwo auf der Radstrecke

Außerdem stehen dort ziemlich viele Zuschauer, eine Trommel-Gruppe spielt tolle Rhythmen und eine Gruppe von Zuschauern kürt mich zur Fahrerin mit dem “am besten aufeinander abgestimmten Outfit”. Ich sag’s ja immer: Gut aussehen ist wichtig 😉
Ich fahre diesmal im tief dunkelroten Pulsbereich den Berg erneut hoch und irgendwann denke ich: “Mist, ich kann nicht mehr. Ich bin absolut alle!” Aber just in diesem Moment erscheint vor mir das Ortsschild von Friedrichsbrunn welches ja die Bergspitze und den Wendepunkt anzeigt. Also wäre es ja auch blöd JETZT nicht mehr zu können. Weil jetzt kommt ja die Abfahrt 😀
Diesmal schaffe ich in der Spitze sogar 76 km/h. Und ich habe immer noch keine Gullideckel gesehen. Unten angekommen geht es noch quer durch den Ort, irgendeinen Park und “scharf rechts” wie mir der Streckeposten zuruft. Schei…. wo ist noch mal rechts? Ich entscheide mich zum Glück für das richtige Rechts 😆
Und dann bin ich auch schon in der Wechselzone. Nach 3:28 steige ich total glücklich vom Rad (Andi fragt nur, ob ich mich unterwegs verfahren hätte oder vielleicht ein Nickerchen gemacht hätte oder woran es denn sonst gelegen hätte, das ich so spät komme 🙄 ) und übergebe an Dominik der laufend davon düst. Verwunderlich ist, das ich nach dem Abstieg vom Rad es noch laufend in die Wechselzone schaffe. Meine völlig überforderte Oberschenkelmuskulatur zuckt und krampft munter vor sich hin. Meine Lunge fühlt sich an wie frisch mit Rauputz versehen und durchgepustet und mein Herz springt immer noch im Dreieck. Ob vor Freude oder Anstrengung ist nicht klar zu identifieren 😆
ICH HAB ES SOOOOOO SEHR VERMISST ❗
Andi fährt Annett und mich nach Quedlinburg zum Ziel.
2 Stunden später laufe ich dann mit Annett und Dominik zusammen in Quedlinburg auf dem Marktplatz durchs Ziel.

Im Ziel

Fazit:

Ein wirklich toller und gut organisierter Wettkampf. Trotz Corona Auflagen (wie das Tragen von Masken vor dem Schwimmstart) fühlte sich alles irgendwie normal an. Und es waren auch viele Zuschauer dabei. Tolle Stimmung an der Strecke und die Strecke einfach traumhaft (nur für die ersten 15 km bräuchte ich ne rosarote Brille 😆 )
Ich werde wohl nicht das letzte Mal dort gewesen sein. Weder bei diesem Triathlon noch generell in Quedlinburg. Das ist nämlich eine wunderbare alte und schnuckelige Stadt.

Und wir wissen ja jetzt wo man eine tolle Ferienwohnung findet. 🙂
Danke an meine beiden Staffelpartner für die Streckenführung und das schöne Triathlon-Erlebnis!

Bei einer langen Radausfahrt gestern (wir hatten sogar 2 Kaffeepausen- Karina wird davon berichten), erzählte ich Karina, das ich mich letzte Woche beim Rennen echt angestrengt habe und das ich von den 3:28 Stunden ganze 3 Stunden im gelben und roten Pulsbereich gefahren bin. Karina fragt nur trocken: “Und warum warst du dann so langsam? ” 😯
😆 😆
Tja, wozu hat man Freunde wenn nicht für uneingeschränkte Offenheit 😈