Anbei weitere O-Töne zum Wettkampf in Maxdorf

Helmut:

„Maxdorf war immer mein Lieblings-Triathlon. Zwischen 1999 und 2009 bin ich dort regelmäßig gestartet. Nach 8 Jahren Abstinenz hat es mich mal wieder nach Maxdorf getrieben. Leider mit völlig unzureichender Vorbereitung. Und dann noch dieses extreme schwülheiße Wetter.

Aber als ich da war, war alles so wie ich es in Erinnerung hatte. Mit dem Rad muß man zum Schwimmen fahren. Der See ist auch nicht größer geworden in all den Jahren. Das muss ja wieder eng werden. An der ersten Boje hab ich mir dann gleich mal die Zeit genommen und so ein … (damit meine ich einen anderen Starter, der mit undefinierbaren Bewegungen mir mitten ins Gesicht getreten hatte), kräftig zusammen zu stauchen. Aber nach der ersten Boje wurde das Schwimmen wie immer richtig chillig.

Für die Radstrecke hatte man sich auch etwas Besonderes ausgedacht. Wegen einer Baustelle wurden wir kreuz-und-quer durch die Weinberge mit teilweise 180 Grad Kurven und steilen Passagen geschickt. Das hat gleich vor dem eigentlichen Berg schon mal richtig Körner gekostet. Auf dem Rückweg mussten wir dann gleich wieder durch diese Passage. Auch bergab ist die 180 Grad Kurve nicht einfacher zu fahren.

Dann gab ging es auf die neue Laufstrecke. Der ganze Körper sagt: „nein, heute wird nicht gelaufen“. Kopf sagt: „aber die vielen Tri Postler an und auf der Strecke“. Körper sagt: „ist mir egal“. Kopf sagt: „ich bin der Boss! Was ich sage wird gemacht! Lauf!!“. Na ja, so richtig laufen konnte man das nicht nennen. Zumindest nicht am Anfang. Aber so mit der Zeit wurde alles etwas lockerer. Ganz gemütlich ging es durch den Wald. Offiziell soll die Strecke 20 km haben. Der Garmin sagt: „falsch, es sind mindestens 20,5 km“. Aber das war ganz egal. Und so ging es dann ganz gemütlich ins Ziel.

Am Ende des Tages gab es eigentlich nur gut gelaunte Gesichter. Alle haben an diesem Tag phantastische Leistungen vollbracht. Es hat einen Riesenspaß gemacht. Die Zeiten sind eigentlich nebensächlich. Wenn man sich die Ergebnislisten vergangener Jahr ansieht, dann stellt man fest, dass die Siegerzeit gut 20 bis 25 Minuten hinter den Siegerzeiten vergangener Jahre liegt. Wetter, Umleitung auf der Radstrecke und die neue etwas längere Laufstrecke haben ihren Tribut gezollt. Die Maxzeiten hat man leider nicht angepasst.

Und ich muß sagen, Maxdorf ist und bleibt mein Lieblingswettkampf.“

Und der nächste Text von Supporterin Nicole Böhme-Laglasse mit Ergänzungen in kursiv von Helge Orlt

Heiß – heiß – unerträglich heiß – warum tut man sich so etwas eigentlich an?

Mehr kann einem zu Sonntag, 11. Juni, am Tag der Mitteldistanz rund um die Gemeinden Maxdorf, Lambsdorf und Birkenheide nicht einfallen.

Dabei war es morgens in aller Frühe vor dem Schwimmstart am Lambsheimer Nachtweideweiher doch noch ganz beschaulich und erträglich. Alle hatten sich rechtzeitig auf den Weg gemacht, waren pünktlich vor Ort und hatten an alles gedacht. Auch für das Neoprenband für Andreas, das noch verschlossenerweise im Auto an der Radwechselzone lag , konnte Sara einen Ersatz besorgen.

Gut, der eine oder die andere, machten doch einen nervöseren Eindruck als sonst. Und selbst Helge plapperte nicht so viel wie sonst vor Wettkämpfen. (Was meinst Du, Helge, war das eine Vorahnung? Hm, das ist mir gar nicht aufgefallen, ich habe mich eigentlich sehr gut gefühlt. Hab mich voll gefreut auf den Wettkampf )

Dann ging es in zwei Startwellen auf die 2-Kilometer-Schwimmstrecke in M-Form durch den Weiher.

Die ersten schnellen Schwimmer kamen nach 25 bis 26 Minuten bereits aus dem Wasser. Allerdings sind die ersten beiden Schwimmer später nach dem Rad fahren, auf Rang 14 und 124 runtergerasselt, dann auch ausgestiegen und so war Malte Plappert vom Tri-Team Heuchelberg, der als dritter aus dem Wasser kam, nicht mehr aufzuhalten und ist souverän zum Sieg gelaufen.

Aber nun zu unseren Tri Postlern:

Schnellster Schwimmer war natürlich Engel Matthias Koch, der mit einer Zeit von 00:27:48 als Elfter aus dem Wasser kam. Sensationell schnell beim Schwimmen war auch Andreas Bund, top in Form, der mit einer neuen persönlichen Bestzeit von 00:31:33 aus dem Wasser kam.

Und obwohl im Wasser großes Getümmel und Gehaue herrschte und jeder gehörig was abbekam (Helmut kam mit einer blutenden Lippe davon), kamen alle Tri Post Trier-Athleten mit guten Zeiten gut wieder an Land in die Wechselzone. (Aber Helge, auch hier hast Du Dich schon komisch gefühlt oder? Nee, leider nicht. Es gibt leider ganz und gar keine Entschuldigung für meine unterirdische Schwimmleistung :-D)

Dann ging es auf die Radstrecke, die mit über 1000 Höhenmetern auf 85 Kilometern auf Weinbergswegen und engen Kurven nicht gerade einfach war. Das Support-Team, bestehend aus Sara Bund, Annette Friedrich, mir und Michael Düro, der auf seinen Staffel-Einsatz als Läufer wartete, fuhr zum Rasensportplatz nach Maxdorf, wo die zweite Wechselzone in brütender Hitze auf die Athleten wartete. Zwar sorgte die gute Verpflegung und der Moderator des TSG Maxdorf für gute Stimmung, aber mit den ansteigenden Temperaturen waren wir so langsam gar und nah am Kreislaufzusammenbruch. Keine Ahnung aber, warum manche Eltern mit schreienden Kindern, die richtig fertig waren, dort auch ausharren mussten und nicht mit ihren Kindern in den Schatten wanderten.

Erster Tri Postler in der Wechselzone war nach 02:34:35 Philipp Werland, der dann aber gesundheitsbedingt aufgrund Erkrankung in der Vorwoche leider aussteigen musste.

Man konnte bei allen eintrudelnden Athleten sehen, dass die Radstrecke bei diesen Temperaturen nicht so einfach gewesen sein muss.

Gelaufen wurde dann in drei Runden à 6,66666… km (laut Veranstalter) durch ein kleines Wäldchen (im Schatten), über zwei Autobahnbrücken, an der Autobahn entlang (in praller Hitze) und immer wieder an der Wechselzone vorbei. Leider gab es zu wenige Wasserstellen, aber zum Glück gab es Privatpersonen, die Bütten mit Wasser bereit gestellt haben.

Für Supporter können 6,6 km ewig lang werden , man weiß ja, wie die Liebsten auf den ersten Kilometern ausgesehen haben und hofft, dass es Ihnen gut geht. Und so mussten wir auf die Rückkehr des ersten Tri Postlers ewig lange warten – das lag aber dann an Helge, die auf einmal schwarz gesehen hat und unerträgliche Kopfschmerzen bekam und fast gegen einen Baum gelaufen wäre. Sie lag nämlich dann im Wald und ja was dann, Helge?
HM, was soll ich sagen. Ging alles ganz schnell. Und war nicht schön. Ich war wohl doch noch nicht so gesund wie gedacht. Oder gehofft. Keine schöne Erfahrung, aber eben eine Erfahrung. Einer der ersten bei mir war Michael Düro, der, obwohl inzwischen auch andere Helfer vor Ort waren, nicht daran dachte, weiterzulaufen. Erst als es mir wirklich wieder besser ging und ich ihm sagte, der soll loslaufen, tat er das auch. Vielen lieben Dank Michael, ich fand das echt lieb von dir 🙂
Genauso alle anderen Vereinskollegen, die stehen blieben und nachfragten und halfen. Tut mir leid, wenn ich euch einen Schrecken eingejagt habe.

Natürlich spukte allen Tri Postlern Helges Zusammenbruch im Kopf herum, keiner fühlte sich so richtig gut und einige dachten öfters an Aufgabe. Wir supporteten wie wir nur konnten, spornten an und versuchten alle zu unterstützen, wie es nur ging.

Aber alle kämpften mit sich, gingen an ihre Grenzen und darüber hinaus und bewiesen eine wahnsinnig mentale Stärke und kamen (na ja wohlbehalten kann man nicht unbedingt sagen, aber glücklich) ins Ziel. Schnellster Tri Postler auf der Laufstrecke war übrigens Andreas Bund mit 01:41:19, der an diesem Tag wirklich in Bestform war und dem die Hitze anscheinend nicht wirklich etwas anhaben konnte.

Hut ab vor allem vor Maria Zimmermann, die auch ihre erste Mitteldistanz beging und nur knapp 5 Minuten nach Zielschluss ins Ziel kam und daher als dnf in der Ergebnisliste steht. Genauso wie Andreas Orlt, der trotz Helges Zusammenbruch, den Wettkampf bis zum Ende durchzog. Beide ließen sich nicht beirren, obwohl sie wussten, dass das Ziel bereits geschlossen hatte. Natürlich seid Ihr Finisher!! Herzlichen Glückwunsch!

Julia Wickersheim, die für ihren Erstverein Tri-Team Freiburg an den Start ging, kam als 9. in ihrer Altersklasse mit einer sensationellen Zeit von 06:03:53 ins Ziel.

Ebenso wie Karina Wenzel-Repey (Karina, eigentlich sahst Du eigentlich die ganze Zeit vollkommen entspannt und relaxt aus – vielleicht musst Du Dich einfach mal anstrengen J Das sah nur von aussen so relaxt aus. Ich hatte mich aber schon zu Laufbeginn aufgrund der Bedingungen dazu entschlossen locker zu laufen und nichts zu riskieren. Der Untergrund im Wald war ja auch nicht gerade einfach zu laufen. ), die mit 06:33:40 eine Super Zeit hinlegte!! Vielen Dank, dass ihr an der Strecke ausgeharrt habt, um uns zu motivieren immer weiter zu machen.

Dieser Wettkampf zeigte mal wieder, dass es eben beim Triathlon nicht immer nur um Zeiten geht, sondern auch um mentale Stärke, Willenskraft und Durchhaltevermögen.

Und dass es schön ist, gemeinsam mit anderen Vereinskollegen an einem Wettkampf teilzunehmen. Denn das fand ich besonders schön: nach dem Wettkampf haben wir alle gemeinsam im Schatten unsere Erschöpfung und die gemeinsamen Erlebnisse geteilt.