Geschrieben von Mario Alten

Nach der Begeisterung meiner Tochter Aranka, die im Herbst mit Trainer Engel ein TL im Schnalstal absolvierte, entschied ich mich dort auch hinein zu schnuppern, da meine Schwimmleistungen zwar für das Absolvieren einer 70.3-Distanz im Neo ausreichen, ohne sich allerdings Steigungen im Wasser vor mir auftürmen!

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Das Angebot von Engel und Marc war eine Kombination aus 13 Schwimm- und 6 Langlauf-Skating-Einheiten.
Engel hatte alles in „seinem“ Hotel organisiert. Das Essen war gut. Das Schwimmbad mit 25 m-Bahn im Hause perfekt zu erreichen.
Die fast 800km lange Anreise verlief ohne besondere Vorkommnisse, außer das Trainer Engel ein kühles Bad im Reschensee ( -1,1° ) aus Testgründen absolvierte – ist halt ein harter Bursche.
Er hatte auch die Zimmer unter uns Teilnehmern, alles Tri- oder Duathleten, optimal aufgeteilt. Ich war zusammen mit Uwe Reitz, einem mehrfachen Zofingen-Finisher und seit 2014 auch Absolvent einer Langdistanz in Roth.ir beide hatten das Ü100-Zimmer und das Altersspektrum der Gruppe verlief zwischen 20 und 56 Jahren – Hier kurz die Vornamen der Teilnehmer: Janina, Sara, Tatjana, Theresa ( ehemals Trier – heute Braunschweig ), Andre´, Christian und Tim

Der Zeitplan ist auch schnell aufgezeigt: 06-08h Schwimmen – ab 10-12.30 Skating – ab 13.30-15h Schwimmen und anschließend ab in die Natur – 19h Abendessen und im Anschluss ins Bett!!
Über die gesamte Woche wurden von allen Teilnehmern die Trainingszeiten mit größter Disziplin eingehalten und die Trainer waren sehr zufrieden mit uns.

Beim morgendlichen Schwimmtraining – ohne Frühstück! – starteten wir mit dem Messen von Puls und Sauerstoffsättiung im Blut – hier ein wichtiger Aspekt, da wir uns ja auf über 2.000m bewegten – Skating-Training war auf ca. 2.400m. Dem folgte das tägliche Wiegen, da der Flüssigkeitsverlust in der Höhe größer als nahe NN somit entsprechendes Trinken wichtig ist und die Dokumentation von Engel in seiner Schreibmappe, so dass er fragwürdige Werte oder deutliche Abweichungen täglich bemerken würde und ggf. Ruhe verordnen könnte. Wir starteten mit Technikübungen und beendeten den Block mit klassischem Bahntraining in den 8-Belastungszonen des Schwimmens.

Zwischendurch filmte Engel uns über und unter Wasser um in abendlicher Runde oder auch direkt am Beckenrand bestimmte Dinge anzusprechen. Die Videoanalysen schaffen halt leider ein reales Bild von tiefen Ellenbogen, festen Händen u. a. grauslichen Schwimmfehlern!
Engel hat uns die gesamte Woche mit morgendlichen Bananen und nachmittäglicher Ananas zusätzlich gesund ernährt! Er hatte rund 20 kg Bananen und ca. 20 Ananas im Gepäck – so ein VW-Bus hat halt auch Platz!

Das Skaten mit Marc, der ein ausgezeichneter Skiläufer, egal ob breiter oder schmaler Ski, ist, brachte auch die langjährigen Alpinskiläufer in Schwierigkeiten. Die schmalen LL-Ski verhielten sich doch deutlich anders und so manche Lässigkeit beendete man im Schnee. Es brauchte viele Übungen bis sich das Vertrauen einstellte. Ob Stockeinsatz, Bremsen, um die Kurve fahren: Marc war ein geduldiger Coach, der im Laufe der Woche allen Teilnehmer die Grundkenntnisse des Skatens beibringen konnte. Natürlich hatte er bestes Sportlermaterial und das wir es nicht schaffen würden war unwahrscheinlich!

Im Laufe der Trainingseinheiten meldeten sich bei uns allen auch die üblichen Gebrechen ( „ich habe Arm oder Rücken“ – am Ende der Woche „Körper“ ) ein und Engel hatte ein Einsehen. Er passte unser Training unseren schmerzenden Muskeln an.

Die Bergwelt rund um den Ort Kurzras, der nur aus Hotels und Seilbahnstation besteht, war mehr als schön. Bei einer spätnachmittäglichen Schneeschuhtour konnten wir an den Bergspitzen den Sonnenuntergang erleben und an einer Stelle zur Lazaunhütte auch den Rosengarten leuchten sehen!

Ein Schwimmhighlight der Woche war sicherlich das 5km-Dauerschwimmen ( wer es schafft ), das 40×100 ( wer kann ) und dem Pansold-Leistungstest. Beim Leistungstest wurde anhand einer bestehenden oder auch geschätzten 100m-Bestzeit      ( bei mir geschätzt ) die Belastungszeiten festgelegt. Man schwimmt 3×100 mit 70%-1 Min Pause – anschließend die nächste Stufe mit Pause usw. Die Geschwindigkeit wird gesteigert und nach der 7-Runde gibt es eine ca. 10 minütige Pause um den anschließenden Run „voll“ gehen zu können – nach 4 Minuten hat Marc dann Blut genommen um die Laktatwerte zu bestimmen. Im Idealfall wird nach jedem Block das Laktat gemessen – sprengt mit den vielen Teilnehmern allerdings Zeit und Kosten. Diese Einheit wäre auch mal im Tria-Training spannend, da man genau auf die Zeiten schwimmen sollte um am Ende auch noch „einen raushauen“ zu können.

Die Werte wurde dann in abendlicher Runde diskutiert und erklärt.

Die Woche produzierte eine sehr nette Gruppe und der Abschied vom Schnalstal im starken Schneefall fiel gar nicht so leicht. Natürlich war man platt vom vielen Schwimmen – die individuelle Kilometerleistungen lagen so zwischen 23 und 35, was für die meisten die größten Wochenstrecken aller Zeiten waren.

Die Grundkenntnisse beim Skaten sollten natürlich vertieft werden, da es eine schöne dynamische Sportart ist und von den Abläufen und sauberer Technik sehr gut zum Schwimmen passte. Warten wir mal die Schneelagen ab!

Beide Trainer konnten uns viel mitgeben – Marc war ja nicht nur Trainer sondern auch permanent im Becken – das Umsetzen sollte nun die Aufgabe für zu Hause sein.
Leider hängen wir immer an unseren individuellen Fehlern, die ja nicht dauerhaft kontrolliert werden können und nur unserer Selbstkontrolle unterliegen.
Ich hoffe, dass ich mich mit dem Wissen aus dem Trainingslager etwas vom „Nichtschwimmer“ entfernen kann und träume von besseren Zeiten ( ohne Neo )!

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