Marius Kolz und Peter Joecken waren beide letztes Wochenende in Roth am Start. Beide überquerten nach unglaublichen 11 Stunden und 15 Minuten die Ziellinie. Für Marius war es die erste Langdistanz und Peter hat schon mehr als 40 gemeistert.
Herzlichen Glückwunsch für diese super Leistung.

 

AK-Platz Name Swim Bike Run Finish
5 der AK 60 Peter Joecken 01:17:07 05:35:07 04:14:11 11:15:11
81 der AK 25 Marius Kolz 01:18:27 05:50:58 03:59:40 11:15:18

Beide haben ihre Erlebnisse in einem Beitrag beschrieben.

Viel Spaß beim Lesen 🙂


Bericht von Peter Joecken

Das letzte Rennen in Roth vor dem Jubiläum 2019
Puh, nun bin ich zurück aus Roth und denke jetzt schon wieder an die nächsten Rennen. Ich freue mich schon sehr darauf, auch mal „offiziell“ für die Tri Post starten zu dürfen, wenn es in Neuwied am 16.08. auf die Mitteldistanz geht. Roth war für mich sehr, sehr emotional, weil ich nicht nur selbst startete, sondern auch verantwortlich war für einen „Schützling“, der als behinderter Athlet dort seine erste Langdistanz machen wollte. Viele kennen ihn, den Markus Stemper. Gemeinsam mit einer speziellen Schwimmtrainerin(Markus startet ja quasi nur „einarmig“) habe ich versucht, ihn auf diese Wahnsinnsherausforderung vor zu bereiten und letztendlich haben wir es auch geschafft. Aber nun zu meinem Rennen:

Fünf Wochen nach dem IM Lanzarote konnte ich mein Endergebnis im Verhältnis zum Rennen auf Lanzarote um satte 95 Minuten verbessern. Verantwortlich dafür war natürlich die deutlich moderatere Streckenführung mit 1500m weniger Höhe auf der Radstrecke und die Tatsache, dass ich läuferisch deutlich mehr zulegen konnte, weil ich endlich mal unverletzt an den Start gehen konnte. Das Schwimmen war mit 1:17 nicht überragend, aber es ist das, was ich als „schlechter“ Schwimmer abliefern kann. Auf dem Rad spürte ich schnell, dass die Windverhältnisse am Renntag in Mittelfranken konträr zu den dort gewohnten waren. Bis Greding, wo man sonst mit einem schnellen ersten Rennabschnitt die Basis für eine gute Zeit legen konnte, schlug bei mir wegen heftigem Gegenwind lediglich ein Schnitt von 32,6 zu Buche. Ich ließ mich deshalb nicht dazu verleiten, auf Teufel komm raus meine Kräfte zu verpulvern, um die Wunschendzeit beim Radfahren auf 5:20 zu drücken. Ich fuhr wattorientiert mein Tempo weiter und hatte natürlich dann auf der Rückseite der Radstrecke bis Hilpoltstein teilweise guten Rückenwind So fuhr ich sehr gleichmäßig und konnte beide Radrunden mit etwa gleichem Tempo abschließen. Die Endzeit von 5:35 entsprach zwar nicht meinem „Rennplan“, aber es sollte sich zeigen, dass es klug war, Kräfte zu sparen. Beim abschließenden Laufen hatte ich recht frische Beine und wenn ich nicht den Fehler gemacht hätte, die letzten 8km raus nach Büchenbach hoch zu unterschätzen, wäre ich nahe an die 4 Stunden gelaufen. Aber die Steigung nach Büchenbach kostete mehr Kraft, als ich vorher vermutet habe. 4:13 war dann für mich eine gute Zeit beim Laufen und die Endzeit von 11:15 lag im Bereich meiner Erwartungen. Ich habe das Rennen von Anfang bis Ende total genossen und bedanke mich sehr bei meinen vielen Freunden, die an der Strecke waren und mich enthusiastisch angefeuert haben. Dies war mein 24. Finish in Roth. 26 mal war ich dort seit 1990 gemeldet und 2 mal musste ich verletzt aufgeben, weil es einfach nicht anders ging. Wenn es gut auskommt mit meiner Planung auch für das kommende Jahr und ich gesund bleibe, werde ich 2019 dann in Roth mein 25. Finish feiern und gleichzeitig meine 50. Langdistanz überhaupt absolvieren. Dies hat die Familie Walchshöfer und das Team Challenge bereits dieses Jahr honoriert und mir für nächstes Jahr den Startplatz geschenkt.

Mir ist sehr wohl bewusst, dass man in meinem Alter tempomäßig kleinere Brötchen backen muss und das ist auch gut so. Nun werde ich ein paar Tage die Beine baumeln lassen und mich dann auf die Mitteldistanz in Neuwied und den dritten Ironman dieses Jahr in Barcelona vorbereiten. Dort möchte ich eine Zeit von unter 11 Stunden erreichen und in meiner AK aufs Treppchen kommen. Dann wäre mein Triathlonjahr 2018 perfekt abgeschlossen. Bis dahin aber gilt es, sich dosiert und klug vorzubereiten. Damit fange ich am Wochenende an.


Bericht von Marius Kolz

Nachdem ich im letzten Jahr als Zuschauer zum ersten Mal bei der Challenge Roth an der Strecke stand, war für mich klar dass ich diese einzigartige Stimmung und Atmosphäre auch als Athlet erleben musste. Da man im Leben nichts aufschieben soll, stand ich ohne große Vorüberlegungen am Montagmorgen nach dem Rennen vor Ort in der Schlange um mir meinen Startplatz für 2018 zu sichern. Mit ein paar Wochen Abstand dämmerte mir jedoch das das unter Umständen keine gute Idee war, doch mit jeder absolvierten Trainingswoche verschwanden meine Zweifel immer mehr. Topfit und mit großer Vorfreude stand ich somit vergangenen Sonntag an der Startlinie der Challenge Roth. Ein großes Dankeschön an Marc, der mich auf dem Weg nach Roth mit Plänen und Ratschlägen steht’s unterstützt hat.
Von der fantastischen Atmosphäre am Start angesteckt absolvierte ich das Schwimmen im Main-Donau Kanal ohne größere Probleme und machte mich nach 1h18 auf die Radstrecke. Nach dem für mich ordentlichen Schwimmen liefen auch die ersten Kilometer auf dem Rad ganz gut und gefühlt kurz nach der Wechselzone war ich schon am Solarer Berg (km 73), den ich einfach nur mit Gänsehaut hochfuhr. Unglaublich wie viele Leute und vor allem wie laut man dort angefeuert wurde. Unfassbar! Auf der zweiten Radrunde versuchte ich weiter mein Tempo konstant zu halten und einfach Landschaft, Zuschauer und den Wettkampf an sich zu genießen. Die restlichen Kilometer vergingen auch aufgrund der unzähligen Stimmungsnester an der Strecke wie im Flug, womit ich schließlich nach einer Radzeit von 5h50 in die Laufschuhe wechseln konnte. Meine ursprüngliche Befürchtung auf dem Rad etwas überzogen zu haben, bestätigte sich nicht. Im Gegenteil. Auch gepusht durch Freunde die unerwartet nach Roth zum anfeuern kamen lief ich los wie die Feuerwehr, aber das Tempo von 4:17 auf den Kilometer konnte ich niemals einen ganzen Marathon lang halten. Also bremste ich meinen Übermut, fand meine Rhythmus und bei km 12 kam so langsam der Gedanke auf, dass das bis hierhin alles viel zu einfach war. Keine Probleme, keine Schmerzen, keine Täler durch die ich bisher gehen musste… Leider war es dann kurz vor der Halbmarathonmarke soweit. Die Beine wurden schwer und trotz konstant guter Verpflegung kündigte sich das Ende meiner Kräfte nun schleichend an. Bis km 35 quälte ich mich Schritt für Schritt Richtung Ziel ohne jemals auch nur einen Gedanken ans Aufgeben zu verschwenden. So ganz ohne Kampf geht es bei einer Langdistanz sicherlich auch nicht.
Vom Gefühl der näher rückenden Ziellinie und getragen von den Zuschauern liefen die letzten Kilometer wieder ganz passabel. Nach insgesamt 11h15 (Marathon 3h59) erreichte ich überglücklich, mit einem unbeschreiblichen Gefühlscocktail die Ziellinie.
Für mich bleibt ein geniales Erlebnis, eine einmalige Veranstaltung in Erinnerung, auch verbunden mit der Erkenntnis Dinge einfach mal zu machen, ohne sich vorher zu viel den Kopf zu zerbrechen.
———————————————————————————————————————————————————-