Bericht von Karina:

Nachdem Helge sich im Harz total verausgabt hat – ich sage nur roter und gelber Pulsbereich – musste eine kleine Regenrationsradausfahrt im blauen Pulsbereich her. Auf meiner nicht wirklich vorhandenen To-Do-Liste steht, dass ich unbedingt mal von Trier nach Koblenz mit dem Rad fahren will. An einem einzigen Tag. Ganz wichtig, ist es in diese Richtung zu fahren, denn da geht es flussabwärts. Also quasi bergab :-). Da Helge ja bergab ganz gut kann und ich noch jemanden brauchte, der mir Windschatten gibt, verpflichtete ich sie dazu, mich zu begleiten. Gullideckel sollte es nicht allzuviele geben. Dafür andere Hindernisse. Um Punkt 7:00 Uhr machten wir startete jeder vor seiner Haustür.

Helge wollte mir entgegenkommen. Es kam, wie es kommen musste. Wir haben uns natürlich verfehlt 🙂 🙂 🙂 . Ich fuhr ganz brav auf dem Radweg, den Helge an dieser Stelle noch nie gesehen hatte und Helge für Strasse. So sind wir erstmal schön aneinander vorbei gerauscht. Wobei, ich Helge eh nicht erkannt hätte, denn da trug sie noch eine BLAUE Windjacke… Nach 1-2 Handynachrichten schafften wir es dann doch gemeinsam Richtung Koblenz zu radeln. Noch war es sehr entspannt. Da wir aber für einen Samstag mit super sonnigem Wetter mit dem Schlimmsten auf dem Radweg rechneten, versuchten wir erstmal so viel km wie möglich zu machen und die erste Kaffeepause so lange wie möglich hinauszuzögern. Ab 9 Uhr wurden dann anscheinend auch die ganzen anderen Radtouristen wach und es wurde etwas voller.  Nachdem dann eine etwas größere Radgruppe unser Klingeln ( ja ich habe inzwischen allen Rädern incl. MTB!!!! eine Klingel ) und Rufen ignoriert hat und Helge sich etwas sagen wir mal Luft verschafft hat, dachte ich mir folgendes: Also wir können jetzt stundenlang hier langfahren und die Leute anschreien, so wie sie es wahrscheinlich von Rennradfahrern gewöhnt sind oder wir machen mal was überraschendes. Also ernannte ich den Samstag zum Tag der Höflichkeit und Freundlichkeit ;-). Und siehe da, es hat funtioniert. Statt „Anschreien“ hihi, riefen wir so Sachen wie: „Einen wunderschönen Guten Morgen“ oder “ Hallöchen, dürften wir mal vorbei“. Ausserdem bedankten wir uns immer bei den Überholten fürs Platzmachen. Es war eine geniale Idee. Neben manchmal irritierten Gesichtern hatte wir aber auch kleine kurze nette Gespräche. Geht doch. Spass gemacht hat es auch noch. Die Zeit verging auch schneller, weil wir uns quasi schon auf die nächsten „Opfer“ freuten, wenn sie in Sichtweite kamen. Nach 70km machten wir eine kurze Snack Pause und kamen prompt mit einem älteren sehr viel älterem Paar ins Gespräch, die völlig verwundert waren, dass man von Trier nach Koblenz mit dem Rad an einem Tag fahren kann. Zudem bewunderten sie Helges Rad mit ihrem perfekt abgestimmten Outfit dazu. Memo an mich: ich brauche ein neues auffälliges Rennrad. Und natürlich neue Radklamotten. Schatz, wenn du das liest, du weißt ja wie lieb ich dich hab :-). Bei km 116 dann musste eine Mittagspause/Milchkaffepause her. Jetzt war die Hölle los auf dem Radweg. Wir suchten uns ein kleines Restaurant und füllten unsere Speicher auf. Natürlich nicht, ohne uns bei der Kellnerin zu entschuldigen ob unserer vielleicht komisch anmutenden Essenszusammenstellung 😉 – Tomatensuppe, Pommes, Bruschetta, Milchkaffe, Traubensaft, Cola. Und jetzt die einzige Geschichte zu E-Bikes in diesem Bericht: Am Nachbartisch saß ein Pärchen, so unser Alter, sportlich – das Erste, was sie fragten noch bevor sie sich setzten: „Kann ich meinen Akku aufladen“  – also hier war der Akku des E-Bikes gemeint nicht der Eigene. Aus Erzählungen hörten wir, dass sie ja schon 35km gefahren sind und noch 35 km vor sich hatten. Daraufhin musste erstmal ein Glas Wein her. Wir blieben nicht lang genug, um den weiteren Erzählungen zu lauschen. Ab diesem Punkt wechselten wir auf die Strasse, wo es sich Dank breiter Radstreifen am Fahrbahnrand ganz gut fahren lies. Es hat bis zum Ende nicht ein einziger Autofahrer gehupt – Premiere. Bei km 170 sollte es eine letzte Kaffeepause geben. Punkt 15:15 Uhr standen wir vor dem Ausflugslokal „Zum Onkel Oskar“ in Burgen. Auf der Terasse waren noch jede Menge Plätze frei.  Draussen stand ein Schild: hausgemachter Kuchen etc… hinter uns noch weitere 4 Personen, die gerne ein Stück Kuchen gegessen hätten oder einen Kaffee getrunken hätten. Ja hätten. Wirklich gerne hätten. Aber dann kam die Bedienung auf uns zu gestürzt, wir müssten wieder gehen, da für Abend alles reserviert sei. Nur um es nochmal zu erwähnen. Es war 15:15 Uhr. Ok inzwischen vielleicht 15:17 Uhr, denn sie war kurz verschwunden. Also nix Kuchen. Gott sei Dank gibt es alle paar km ein Örtchen mit Möglichkeiten zum Schlemmen. Im nächsten Ort bekamen wir dann unseren Kuchen und Milchkaffee und sogar eine Karaffe mit Wasser, damit wir unsere Trinkflaschen auffüllen konnten. Läuft. Wir durften sogar auf einem Terassenbereich sitzen, der eigentlich noch zu war, damit wir unsere Räder im Blick hatten, denn an ein Schloss hat keiner von uns gedacht. Wäre auch nur unnötiger Ballast gewesen ;-). Frisch gestärkt, machten wir uns auf die letzten km. So bequem unsere Sättel auch sind, aber die letzten Kilometer fuhren wir immer öfters im Stehen :-). Da ich nach der Kaffeepause das Live Tracking angemacht hatte, traf Torsten fast zeitgleich mit uns in Koblenz ein. Danke Schatz, fürs Abholen, denn sonst hätten wir uns in den Zug quetschen müssen. Und so ganz frisch dufteten wir ja auch nicht mehr ;-).

Am Deutschen Eck in Koblenz

Nach dem obligatorischen Foto am Deutschen Eck machten wir uns auf den Weg zu Andi – der dann schon mal den Grill anschmiss. Ach ne, den Schwenker – ganz wichtig. Ziemlich genau 19 Uhr trafen wir dort ein. Wieder einen ganzen Tag rumgebracht.

205km und gut 8 Stunden Fahrzeit + 2 Stunden KaffeePAUSEN. Kann man mal machen. 200km Tour  – abgehakt. Helge meinte, man kann auch „hügelig“ nach Koblenz fahren, das wären dann „nur“ 170km. Mal sehen. Diesen Monat nicht mehr. Jetzt müssen wir uns was neues Verrücktes ausdenken.